Mit nochmals erweitertem Programm und rund 600 Ausstellern geht die 22. AERO am 9. April in Friedrichshafen an den Start. Moderne Motorflugzeuge, Helikopter und Businessjets der Allgemeinen Luftfahrt stehen im Mittelpunkt. Dazu kommt die Fortsetzung der bewährten Sonderausstellungen Engine Area, Avionics Avenue und e-flight-expo. Premiere feiert die UAS-Expo, bei der zivile Drohnen gezeigt werden. Das vielfältige Vortragsprogramm AERO Conferences sowie die Stellenbörse AEROCareer gehören ebenfalls zum umfangreichen Angebot.

Messechef Klaus Wellmann und Projektleiter Roland Bosch sind optimistisch für die AERO 2014: „Wir verzeichnen eine sehr gute Nachfrage, zehn Hallen werden gut belegt sein“, freut sich Roland Bosch. „Alles was fliegt“ lautet deshalb auch 2014 das Motto auf der AERO: Vom Segelflugzeug über Ultraleichte, ein- und mehrmotorige Flugzeuge mit Kolbenmotor, Hubschrauber, Gyrocopter und Turboprops bis hin zu mehrstrahligen Jets reicht die Palette. Moderne Flugmotoren, zukunftstaugliche Avionik, Dienstleistungen und Zubehör rund ums Fliegen sind weitere Schwerpunkte.

Nach herausfordernden Jahren verspüren die Hersteller der Allgemeinen Luftfahrt – also die gesamte zivile Luftfahrt mit Ausnahme von Linien- und Charterverkehr – wieder mehr Optimismus. Durch die in Deutschland, einigen europäischen Ländern sowie in den USA derzeit gut laufende Konjunktur steigt die Nachfrage in verschiedenen Bereichen der General Aviation wieder an. Auch aus China ist eine gute Nachfrage zu erwarten. So liegen preiswert zu unterhaltende Ultraleichtflugzeuge und Gyrocopter weiter im Trend. Bei den Ultraleichtflugzeugen in Deutschland gab es etwa 2013 ein deutliches Plus: Laut den Verbänden DAeC und DULV wurden im vergangenen Jahr 163 dreiachsgesteuerte Ultraleichtflugzeuge neu zugelassen, im Jahr 2012 waren es lediglich 141. Allein in Deutschland sind derzeit 3 839 Dreiachs-Ultraleichtflugzeuge unterwegs, dazu kommen noch 516 ultraleichte Tragschrauber.

Bei den klassischen ein- und zweimotorigen Reiseflugzeugen mit Kolbenmotor sind angesichts hoher Treibstoffpreise vor allem sparsame Maschinen gefragt. Durch die immer größer werdende Verbreitung verbrauchsgünstiger Dieselmotoren im Bereich von 135 bis etwa 300 PS sowie flüsterleiser Elektroantriebe vor allem für Motorsegler werden zusätzlich Kaufanreize für Interessenten gesetzt.

Internationales Angebot auf der AERO

Die AERO ist weit über die europäischen Grenzen hinaus etabliert. Zeichen dafür ist die Vielzahl nordamerikanischer Flugzeug-, Triebwerks- oder Zubehörhersteller, die am Bodensee ausstellen. US-Firmen sorgen auch 2014 für die größte Zahl unter den ausländischen AERO-Teilnehmern. Selbst Luftfahrt-Unternehmen aus Brasilien und China sind in Friedrichshafen vertreten.

Motorflug – Einmotorige und Twins

Einen hohen Anteil der ausgestellten Maschinen auf der AERO nehmen klassische ein- und zweimotorige Flugzeuge mit Kolbenmotor ein. Diese erfordern zum Fliegen mindestens eine Privatpilotenlizenz, sie bilden quasi das Rückgrat der Flotte innerhalb der Allgemeinen Luftfahrt. Vom Fachpublikum gespannt erwartet werden neue Maschinen, wie etwa die moderne Panthera von Pipistrel, die gerade ihre Flugerprobung durchläuft. Auch der nun in der endgültigen Konfiguration gezeigte einmotorige Viersitzer C4 von Flight Design mit integriertem Rettungssystem wird auf große Resonanz stoßen.

Ultraleichte, Light Sport Aircraft und European Light Aircraft

Die mit Abstand größte Anzahl ausgestellter Exponate nehmen 2014 wieder die Ultraleichtflugzeuge ein. Diese Maschinen sind ein- oder zweisitzig und maximal 472 Kilogramm schwer. Weil die dafür notwendige Luftsportgeräteführer-Lizenz einfach zu erwerben ist und die Maschinen leise sowie sparsam im Unterhalt sind, befindet sich die Ultraleichtfliegerei seit Jahren in einem stabilen Steigflug. Geradezu einen Boom erleben zudem ultraleichte Gyrokopter in den letzten Jahren. Seit 2013 noch unterstützt durch eine deutliche Erhöhung ihres maximalen Abfluggewichts. Zudem werden einige Einfach-Flugzeuge der neuen 120-Kilogramm-Klasse innerhalb der Ultraleichten präsentiert. Diese motorisierten Einsitzer dürfen von ihren Piloten sogar ohne Medical geflogen werden.

Ähnlich wie die Ultraleichten für Europa haben auch die USA eine Einstiegsklasse in die motorisierte Luftfahrt. Die Light Sport Aircraft Maschinen (LSA) sind einmotorig, die Lizenz zum Fliegen ist unkompliziert zu erwerben und die Gesundheitsanforderungen an den Piloten sind deutlich weniger anspruchsvoll als bei herkömmlichen Flug-Lizenzen. Auch sie haben maximal zwei Sitze, dürfen bis 600 Kilo schwer und nicht schneller als rund 220 Stundenkilometer sein. Zahlreiche Hersteller aus USA und Europa zeigen ihre LSA auf der AERO.

Business Aviation

Die am meisten bewunderten Exponate am Bodensee werden 2014 erneut die Business-Flugzeuge sein: Ihre Palette reicht vom ein- und zweimotorigen Flugzeug mit Kolbenmotor über ein- oder mehrmotorige Maschinen mit Propellerturbine bis zur Königsklasse, den Business Jets. Gerade die Hersteller schwerer mehrstrahliger Jets konnten nach schwierigen Jahren mit den Auslieferungen des Jahres 2013 wieder zufrieden sein. So werden etwa für ein besonders gefragtes Business-Jet-Modell der Spitzenklasse längere Lieferzeiten aufgerufen. Hubschrauber zählen meist ebenfalls zur Business-Aviation. Auf der AERO werden zahlreiche moderne Helikopter sowohl mit Kolbenmotor als auch mit Turbinenantrieb zu sehen sein.

Segelflug

Seit ihren Anfängen ist die AERO auch Heimat der Anhänger des lautlosen Fliegens. Mehrere Hersteller, einige davon aus Deutschland, werden ihre Ein- oder Zweisitzer vom Anfängersegler bis hin zum Wettbewerbsflugzeug präsentieren. Nach wie vor beliebt sind Motorsegler, um unabhängig von Schleppflugzeugen oder Seilwinden starten zu können.

Elektro-Helikopter kommt

Die e-flight-expo hat sich längst etabliert und findet unter dem Motto „Electrical, Ecological, Evolutionary“ mit alternativen Antriebskonzepten bereits zum sechsten Mal statt. Eine der großen Attraktionen wird voraussichtlich der Volocopter aus Karlsruhe sein. Der Elektro-Helikopter mit insgesamt 18 Rotoren, der 2013 noch als Mockup auf der AERO stand, hatte Ende letzten Jahres seinen erfolgreichen Erstflug absolviert und geht nun in die Flugerprobung. Das futuristische Fluggerät bietet zwei Personen Platz, soll leicht zu steuern sein und verfügt über ein Rettungssystem für Notfälle. Daneben sind weitere Flugzeuge vor allem in der Ultraleicht- sowie Motorsegler-Kategorie mit flüsterleisen Elektroantrieben zu sehen.

Engine Area

Zum dritten Mal wird es auf der AERO 2014 einen eigenen Bereich speziell für Luftfahrt-Triebwerke geben: In der Engine Area sind nicht nur neue Kolbenmotoren für den Betrieb mit bleifreiem Treibstoff zu sehen, sondern auch moderne und effiziente Dieseltriebwerke sowie Turbinen von insgesamt 22 Ausstellern.

Avionics Avenue

Die jüngste Sonderschau ist die Avionics Avenue. Hier dreht sich alles um die Bordausrüstung des Flugzeugs oder Helikopters in Sachen Flugsteuerung, Navigation, Kollisionswarnung, Flugplanung oder Wetterbeobachtung. Auch die Ende 2017 ablaufende Frist für die Umstellung von Funkgeräten auf das 8,33-kHz-Raster in Flugzeugen und Helikoptern, die für Sichtflugbetrieb zugelassen sind, wird den Herstellern rege Aufmerksamkeit bescheren. Marktführer wie Garmin und Bendix King haben mehrere Neuheiten für die AERO in Aussicht gestellt. Besucher können sich über viele neue Systeme nicht nur informieren, sondern diese auch gleich testen: Im Rahmen der „Demo Stage for Mobile Cockpit Avionics“ und der „Headset Test Area“ können sich Piloten direkt von den Qualitäten der angebotenen Geräte überzeugen lassen.

Zivile Drohnen im Einsatz

Eine Premiere feiert der neue Ausstellungsbereich UAS-Expo (Unmanned Aerial Systems) auf der AERO 2014. Dort können die Besucher sehen, wie weit die Entwicklung ziviler Drohnen bereits fortgeschritten ist. Bemannte als auch unbemannte Luftfahrzeuge verschiedener Anbieter, ausgerüstet mit modernster Mess- und Sensortechnik werden dort ausgestellt. Für die unbemannten Luftfahrtsysteme, die ein Teilbereich der Allgemeinen Luftfahrt sind, gibt es bereits ein Einsatzspektrum, das von Umweltforschung über Erdbeobachtung und Architektur bis hin zur Lebensrettung reicht. Auch bei Olympia waren die Fluggeräte im Einsatz. Zudem wird erstmals auf der AERO ein Indoor Flying Display präsentiert, bei dem diese Fluggeräte in Aktion erlebt werden können.

AERO Conferences

Im Rahmen der AERO Conferences wird es 2014 mehr als 100 Vorträge, Konferenzen und Workshops zu aktuellen Themen der Luftfahrt geben. Experten von Pilotenvereinigungen, Zulassungsbehörden und der Herstellerverbände GAMA und LAMA sowie Interessenvertretungen aus der General Aviation informieren und diskutieren über politische Rahmenbedingungen, Verbesserungsmöglichkeiten und die derzeitige Situation in der Luftfahrt.

Jobbörse AERO Career

Für alle Interessierten an einer Laufbahn innerhalb der Luftfahrt wird die Jobbörse AERO Career eine wichtige Anlaufstelle auf der AERO sein: Dort stellen sich Betriebe und Hochschulen vor und informieren über Ausbildungsmöglichkeiten, Berufsbilder und Karrierechancen in der Fliegerbranche.

Infos für selbst anfliegende Besucher

Auch für die AERO 2014 ist der Anflug für Piloten mit eigener Maschine nur per vorheriger Sloteinholung möglich. Die Slots können wieder wie gewohnt online gebucht werden. Zusätzlich wird es dieses Jahr auch eine telefonische Vergabe durch das Buchungsbüro geben. Nähere Infos dazu gibt es unter www.fly-away.de.

Für Ultraleichtflugzeuge und Motorsegler ist auch das zehn Kilometer westlich vom Flughafen Friedrichshafen liegende Segelfluggelände Markdorf während der Messe von 9. bis 12. April, jeweils von 8 Uhr bis 19 Uhr Lokalzeit, anfliegbar. Abflüge sind zusätzlich auch noch am 13. April möglich. Von Markdorf gibt es eine Shuttle-Verbindung zur AERO. Zur besseren Planung sollten sich UL- und Motorseglerpiloten unter www.sfg-markdorf.de informieren und anmelden.

Tent-City auf dem Messegelände

Die Tent-City auf der Messe hat sich bewährt und geht bereits in ihr drittes Jahr: Wer sich also nicht langwierig um eine Unterkunft kümmern will, kann einfach in der „AERO Tent City“ in Halle A2 gegen eine geringe Gebühr übernachten. Das ist besonders für Piloten interessant, die einen späten Slot haben und mitten im Geschehen übernachten wollen. Die Zelte werden von der Messe gestellt, der Besucher muss lediglich einen Schlafsack mitbringen. Die Zelte in Einer- oder Zweierbelegung können ab 1. März online gebucht werden.

Die Öffnungszeiten der AERO vom 9. April bis 12. April 2014: Mittwoch bis Freitag von 9 bis 18 Uhr und am Samstag von 9 bis 17 Uhr. Weitere Informationen unter www.aero-expo.com.

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